Atelier- und Galeriehaus
Defet Marianne und Hansfriedrich Defet Stiftung

Sabrina Fritsch

01.09.2013 - 31.01.2014

nominiert vom Institut für moderne Kunst Nürnberg //

Seit dem Studium an der Akademie für Bildende Künste Mainz und an der Kunstakademie Düsseldorf verfolgt Sabrina Fritsch ihren Weg einer äußerst komplexen, differenzierten und sensiblen Farbmalerei. Ihre Bilder erkunden zunächst das Wesen der Malerei und deren multiple Möglichkeiten bei der Wahl von Farbe, Form und Material. Darüber hinaus beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Potential malerischer Bildfindung, fragt nach den die Wahrnehmung betreffenden Mechanismen und spielt »mit der Fähigkeit des Menschen, die auf der Leinwand zusammengefügten Formen, Farben, Linien und Schattierungen als Bild zu lesen, das zwischen den Gesetzen der Abstraktion und den Assoziationen der Gegenständlichkeit changiert, ohne sich eindeutig für das Eine oder Andere zu entscheiden«. (Stefanie Kreuzer)

Sabrina Fritschs Arbeiten kommen ohne eine nach Wirklichkeitssimulation greifende Gegenständlichkeit oder Bilderzählung aus. Vielmehr berichten ihre Bilder von ihrer Entstehungsgeschichte, zeigen ihr Ausgangsmaterial und veranschaulichen den Malprozess an sich – etwa wenn Farbschicht um Farbschicht auf der groben Webstruktur eines Rupfenstoffes aufgetragen wird, um dann abgeschliffen zu werden, bis wiederum der Bildgrund sichtbar wird. Der aufwändige Malprozess selbst wird durch den Zufall ausgelöst und das dadurch entstandene Bild erhält seine eigene, beinahe beiläufige Schönheit, die sich erst bei längerer Betrachtung offenbart.

Wie Farbauftrag und Formfindung bei Sabrina Fritsch geprägt sind von der Balance zwischen rationalen und intuitiven Entscheidungen im Malprozess wird etwa bei dem Werk »mindh (FA)« anschaulich: Schmale Fugen im Malgrund, erhabene Formsegmente und die sorgsam entwickelte Farbkomposition mit leuchtend gemalten geometrischen Formen lassen das Bild bewegt und lebendig erscheinen.

Bei Sabrina Fritsch erzählt die Malerei von sich selbst – ein ganz intimer »Private View«. Der Betrachter ist eingeladen, diese poetischen Bilderzählungen bzw. diese im wahrsten Sinne des Wortes »malerischen« Forschungsreisen selbst nachzuvollziehen.

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